Die Sonne vermag an diesem Vormittag bis in den gestrengen Saal des Zürcher Obergerichts vorzudringen. Eine Kanzleiangestellte zieht die Vorhänge zu, damit auch niemand geblendet und vom Geschehen im Saal abgelenkt werden könnte – sich allenfalls der Wärme und Helligkeit wegen plötzlich in den Ferien wähnt. Ferienassoziationen ruft auch der Angeklagte hervor, ein grosser, dunkelhäutiger Mann in Kapuzenjacke und weiten Jeans. Er hat einen schlendernden Gang, ein gelassenes Wesen und ein unverständliches Englisch; man stellt sich den Herrn am ehesten in einer Kneipe mit Cuba Libre oder an den Bongos einer Reggae-Band vor. Vor den Richtern wirkt er irgendwie deplatziert. Es kommt auch ...