Suzanne Valadon, Selbstporträt, 1898 – Sie war dem Bild, das die Zeit, das Männer von einer Frau hatten, immer voraus. Sie war schön, klug, wild, eine Verschwenderin des Lebens und des Selbst. Sie war in jenen Jahren, als sie vom Mädchen zur Frau wurde, das Aschenputtel des Montmartre. Trapezkünstlerin wollte sie werden, das passte zu ihrem Verhältnis zum Leben, das ein gefährliches Schweben war, sie fiel vom Himmel, überlebte knapp und schwebte fortan auf dem Boden weiter.
Die Leinwand war jetzt ihr Zirkus, der Pinsel ihr Trapez.
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