Félix Vallotton, Der Raub der Europa, 1908 –
Das Mythische ist hin und wieder Hüter des Prophetischen. Da entführt der allmächtige Zeus, der Diktator der Götterwelt, die wehrlose Europa. Aus Liebe, aus Geilheit, aus Machtlust, es ist nicht ganz klar. Machtlos ist die phönizische Prinzessin gegenüber Zeus’ Stärke, seiner Gewalt. Sie wird zu seinem Spielball, sie verliert ihre Freiheit, die Möglichkeit der Selbstbestimmung auch. Sie kämpft nicht, sie hat sich aufgegeben, sie gibt sich hin in ihr Schicksal, in Kreta als Zeus’ willfährige Frau zu darben.
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