Francisco de Goya, La maja desnuda, 1795–1800 - Seltsam doch, dass wir glauben, in Freiheit zu leben, nur weil in unseren Breitengraden kaum jemand mal grundlos hinter Gitter gesteckt wird. Dabei sind jene Gitterstäbe, die uns vom Freien abgrenzen, schon längst in unseren Köpfen. Da ist ein Staat, der immer mehr in unsere Existenz eingreift, als ob wir Vierbeiner wären, die eine Leine brauchen und Befehle. Da sind engmaschige Sitten, die die Weitläufigkeit der Freiheit auf die Dimension eines Schrebergartens schrumpfen lassen. Inzwischen verwechseln wir gar Unfreiheit mit Freiheit und die Gegenwart von immer mehr Regularien mit einer Möglichkeit der Gestal ...