War es ein Akt von Sublimierung oder von Verdrängung? Oder eine Flucht vor erahnten Gefahren? Auf jeden Fall hat der standhafte Junggeselle Georg Friedrich Händel im Londoner Exil erotischere Musik komponiert als alle barocken Zeitgenossen. Immer wieder werden in seinen Opern wackere Helden des Krieges von raffinierten Frauen umgarnt. Ihren Verführungsstrategien ist kaum zu entgehen. Das ist, kurz geschlossen, der Inhalt von zwei der musikalisch reichsten Bühnenwerke des Meisters: «Giulio Cesare» und «Rinaldo».Julius Cäsar in Ägypten: Der Feldherr gerät in die Fänge der schönen Cleopatra, die ihn mit einem wundersamen Schauspiel betört. Im Parnass sitzt die Tugend, das ist nat ...