Jüngere Künstler bedienen sich heute vorzugsweise aus den Archiven einer alltäglichen, konsumierbaren Bildproduktion. Wem der Griff in den Speicher der Hochkultur tatsächlich unvermeidlich scheint, der beschränkt sich für gewöhnlich auf kunsthistorische Zitate. Um literarische Klassiker der Vergangenheit machen Kunstschaffende in der Regel einen grossen Bogen. Umso überraschender mutet das Projekt des Schweizer Wahlberliners Rémy Markowitsch und des US-Taiwanesen Michael Lin an. Die Kollaboration der beiden Freunde ist aktuell im Kunstmuseum Luzern zu sehen. «Bibliotherapy», Büchertherapie, so lautet der etwas eigenartige Titel der Ausstellung, die mit «Bouvard et Pécuchet» vo ...