Einst war es die «Durchschnittlichkeit», heute ist es das «Privileg». Als privilegiert gelten all jene, die qua Geburt nicht einer Minderheit angehören – einer Minderheit in Bezug auf ökonomische Verhältnisse, ethnische Zugehörigkeit, Sexualität und so weiter. Das Privileg hat sich in der politischen Diskussion zum Totschlagargument entwickelt. Das Wort wurde zum Pejorativum, zum selbstinduzierten Schuldgefühl. «Weiss» und «männlich» stehen im Kulturkampf um Genderstern und Postkolonialismus emblematisch für das Ressentiment. Jemand muss schliesslich schuld sein am eigenen Unwohlsein.
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