Sechs Jahre sind es her, seit der deutsche Schriftsteller W.G. Sebald in seiner Zürcher Poetikvorlesung öffentlich darüber nachdachte, warum die Bombardierung deutscher Städte während des Zweiten Weltkriegs, der so genannte Luftkrieg, in all den Jahren literarisch kaum beachtet wurde. Die Debatte darüber, ob es in Deutschland tatsächlich so etwas wie eine Tabuisierung dieser Thematik gebe und, wenn ja, warum, ist bis heute nicht verstummt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den Luftkrieg; hinter der Debatte verbirgt sich vielmehr die grundsätzliche Frage, ob es angesichts des Leidens, das Nazideutschland über die Welt gebracht hatte, überhaupt statthaft sei, auch vom Leiden de ...