Als ich 1991 Chefredaktor der Sonntagszeitung wurde, hatte ich ein Herrenleben. Denn mein einziger Konkurrent war der Sonntagsblick.
Urs Heller, der damalige Chefredaktor des Sonntagsblicks, hatte ebenfalls ein Herrenleben. Wir teilten uns den Markt brüderlich und behaglich auf. In neunzig Minuten waren unsere beiden eher schlanken Blätter gelesen.
Heute gibt es in der Deutschschweiz sechs Sonntagsblätter. Sie sind mittlerweile bis zu 102 Seiten dick. Zusätzlich schiessen sie allerlei bunte Beilagen über Gesellschaft und Lifestyle ein. Wenn man die heutigen sechs Sonntagszeitungen durchlesen will, muss man etwa sechs Stunden einsetzen.
Das Problem ist nur, dass dieser Zeitaufwand für d ...