Imre Kertész (1929–2016) – «Am Ende ist alles egal», sagte der ungarische Literaturnobelpreisträger einmal. «Auch das Schreiben. Auch das Leben.» Auch das Sterben demnach. Berühmt wurde Imre Kertész durch seinen «Roman eines Schicksallosen», aber erst lange nachdem er ihn verfasst hatte. Achtzehn Jahre lang laborierte Kertész an dem 1975 erschienenen Werk, das von seinem eigenen Schicksal inspiriert war: Kertész, ein ungarischer Jude, wurde 1944 nach Auschwitz und dann Buchenwald deportiert. Er überlebte die Konzentrationslager, aber die Erinnerung hielt ihn fest. Darüber zu schreiben, wurde zum Antrieb seines Lebens. Es war ein Versuch, die «Kultur des Holo ...