In den Sonnenuntergang
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Auto

In den Sonnenuntergang

 

Während ich in der Dämmerung mit 180 Kilometern pro Stunde auf der deutschen Autobahn Richtung Nürnberg fuhr, sorgte die untergehende Sonne für ein dramatisch leuchtendes Farbspektrum am Horizont, und meine Gefühlslage wechselte zwischen heller Freude und einem Anflug leiser Trauer. Das klingt zwar wie der Anfang eines mittelmässigen Romans, hat sich vergangene Woche aber tatsächlich so zugetragen. Ich war unterwegs im neuen Porsche Panamera GTS, und die Freude kam auf, weil die karminrote Sportlimousine einem das zügige Fahren auf Schnellstrassen dank ihrer souveränen Strassenlage so einfach zugänglich macht. Und die trüberen Gedanken kommen auf, wenn man sich bewusst macht, dass sich die Zeit für solche Autos, zumindest in Europa, dem Ende zuneigt.

Porsche AG
In den Sonnenuntergang
Porsche AG

Der Panamera GTS wird angetrieben von einem V8-Benzinmotor mit Doppelturbo-Aufladung ohne elektrische Zusatzkraft. Es ist – wenn man so will – das Einsteigermodell von Porsche in die V8-Welt und eines der letzten Autos, bei dem eine solche fast schon reine und ursprünglich anmutende Motorisierung überhaupt noch erhältlich ist – von der Kategorie SUV einmal abgesehen. Aus dem Vierlitermotor schöpft der Reisewagen exakt 500 PS, das reicht zwar vollauf für zügiges Vorankommen, ist aber in der neuen, zusehends elektrifizierten Autowelt dennoch eine fast schon

überraschend bescheidene Zahl. Zum Vergleich: Der direkt über dem GTS eingeordnete Panamera Turbo E-Hybrid kommt auf bereits 680 PS, die Elektrolimousine Taycan GTS bietet bereits 700 PS zu einem tieferen Einstiegspreis.

In diesem Falle ist mehr nicht zwingend besser, es zeigt bloss, wie sich die Massstäbe gerade verschieben. Leistung in einem Fahrzeug bekommt bisweilen den Charakter einer beliebig dehnbaren Banalität. Da ist der Panamera GTS eine Art ehrliches Gegenprogramm auf der Grundlage solider mechanischer Werte. Und der Langstreckenporsche enttäuscht einen auch sonst nie. Der kernige Klang aus der Sportauspuffanlage, die überraschende Leichtfüssigkeit in langen, schnellen Kurven oder die satte, aber niemals schwerfällige Lage auf der Strasse sind von einer automobilen Schönheit, die ewigen Wert zu haben scheint.

Wenn es am Porsche Panamera GTS etwas auszusetzen gibt, sind es eher nachgelagerte Aspekte. Die Bedienung über Menüs und Untermenüs auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm wirkt teilweise seltsam indirekt und verschachtelt für ein Auto, das beim Hersteller immer noch als Sportwagen verstanden wird. Und der Kofferraum ist für ein langstreckentaugliches Fahrzeug aufgrund der Karosserieform gerade so ausreichend. Aber das sind Details, und Kleinlichkeit ist nicht angebracht. Im Panamera GTS in den Sonnenuntergang zu rasen, ist schliesslich eine grundlegende Erfahrung.

 

 

Porsche Panamera GTS

Motor/Antrieb: V8-Biturbo, 8-Gang-Automatik, Allradsystem, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Hubraum: 3996 ccm; Leistung: 500 PS/368 kW; max. Drehmoment: 660 Nm/2100–4000 U/min; Verbrauch (WLTP): 1,6 l/100 km; Beschleunigung (0–100 km/h): 3,8 sec; Höchstgeschwindigkeit: 302 km/h; Preis: Fr. 203 300.–; Testwagen: 228 650.–

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.