Der zweideutige Titel bedeutet für die Kritik dasselbe wie das Klingeln für Pawlows Hund: Begeistert zuschnappen! Doppeldeutigkeiten signalisieren Raffinesse, Bedeutung, im Zweifel einfach Kunst! Und so wird «Cure – The Life of Another» von Andrea Staka («Das Fräulein»), auf den Filmfestspielen Locarno uraufgeführt, sogleich als das gewürdigt, was sich die Filmemacherin vorgenommen hat, als was es wahrgenommen werden soll: als etwas Tiefsinniges, Metaphorisches. Die konkrete Erzählung, die konkreten Bilder dürfen dann dürftig bleiben. Sie dienen ja gewissermassen nur als Lift hinauf in die Beletage des Schwurbelns. Mit dem Titel «Cure» also in seiner doppelten Bedeutung ist e ...