Kein Casanova tändelt um sie, und keine Freundin gibt ihr weise Ratschläge; es locken keine Lebenshelfer, und der Gatte malträtiert sie nicht mit physischer Gewalt. Stattdessen, fernab von Emanzipationsschalmeien, eine abendfüllende Geduldsprobe, quälend beinahe in ihrer rigorosen Abgeschlossenheit und doch, trotz der wortkargen Machart, faszinierend: «La femme de Gilles», die Verfilmung des gleichnamigen Romans der Belgierin Madeleine Bourdouxhe (1906–1996), welche zum Kreis um Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir gehörte und mit «Gilles’ Frau» eine Art Anti-Madame-Bovary schrieb.
Elisa (Emmanuelle Devos), die Gattin Gilles’ (Clovis Cornillac), Mutter zweier Kinder, lebt ...