Erst nach einer halben Stunde ging diese Ausgabe des «Literaturclubs» richtig los, als Sibylle Lewitscharoffs Roman «Killmousky» zur Diskussion kam. Das Buch wäre kaum ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, hätte die Autorin vor einigen Wochen nicht eine Rede gehalten, in der sie die heutige Reproduktionsmedizin mit der «Menschenzucht» im Nationalsozialismus verglich und Retortenkinder als «Halbwesen» bezeichnete. Das Feuilleton war im Kollektiv entrüstet und erklärte sie zur Unperson wie zuvor Thilo Sarrazin («Deutschland schafft sich ab»).
Die Szene liebt solche Lewitscharoff/Sarrazin-Skandälchen: Wochenlang können sich Feuilletonisten darüber ereifern, dass diese Perso ...