Die jüngsten Flüchtlingskatastrophen vor Lampedusa haben Politiker europaweit aufÂgeschreckt und zu teils hektischen Äusserungen und unausgegorenen Vorschlägen verleitet. In scharfem Kontrast dazu steht das Schweigen Afrikas. Bei den verantwortlichen Politikern sind die Unglücksfälle kein Thema. Das Missverhältnis ist grotesk und lenkt den Blick auf das eigentliche Problem: Auch ein halbes Jahrhundert nach der Unabhängigkeit verschliessen sich die afrikanischen Politiker der Einsicht, dass sie allein für ihr Haus verantwortlich sind. Das sagt kein Geringerer als der deutsche Diplomat und Buchautor Volker Seitz («Afrika wird armregiert»), der zuletzt Botschafter in Kamerun war. Se ...