Während über zwei Jahrzehnten hatte HansÂueli Gürber (SP), Leitender Jugendanwalt der Stadt Zürich, nie ein Problem mit der Presse. In der Regel berichteten die Journalisten brav, was er ihnen vorgab. So etwa bei der vermeintlichen «Massenvergewaltigung von Seebach», die 2006 für Schlagzeilen sorgte; Gürber meisterte den Fall mit beachtlichem Fingerspitzengefühl. Mag sein, dass der 62-Jährige deshalb die Brisanz der Geschichte um den Messerstecher «Carlos» völlig verkannte, als er dem TV-Reporter Hanspeter Bäni einen ungeschminkten Einblick in seine Arbeit und sein Privatleben gewährte – und damit einen gewaltigen Wirbel auslöste. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich ...