Redaktor Alex Baur war noch ein Teenager, als er in den 1970er Jahren das Buch «Der dresÂsierte Mann» vom Nachttischlein seiner Mutter entwendete und in einem Zug verschlang. Die Streitschrift von Esther Vilar sorgte damals weltweit für Furore und veranlasste aufgebrachte Feministinnen zu wütenden ProÂtesten. Vilars These, dass Frauen ihre Männer schamlos ausbeuten und in ihrer selbstgewählten Opferrolle zusehends verblöden, war eine Provokation sondergleichen, aber auch Âeine kompromisslose Hommage an die Freiheit, die den Heranwachsenden elektrisierte. Fast vier Jahrzehnte später traf Baur die Schriftstellerin in einem Vorort von London. Über den «dressierten Mann» mag Vilar ...