Als Student zog Hamed Abdel-Samad mit der Muslimbruderschaft durch die Strassen Kairos und skandierte Parolen gegen den Westen und die Juden. Zwanzig Jahre später prognostiziert der Politologe, der mittlerweile einen deutschen Pass hat und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München arbeitete, den «Untergang der islamischen Welt». In seinem gleichnamigen Buch schreibt er, die islamischen Staaten würden zerfallen, der Islam als politische und gesellschaftliche Idee sei am Ende. Daniel Glaus traf Abdel-Samad in München. Während das Oktoberfest tobte, erklärte der Sohn eines Imams: «Islam ist für mich mit Alkohol vergleichbar. Wenig davon kann heilend und ...