«Der Himmel machte mich zu eurem König», singt Geisterfürst Démogorgon im Prolog der Lully-Oper «Roland». Allen war klar, auf wen damit angespielt wird; schliesslich wurde das Werk 1685 in Versailles vor Louis XIV aufgeführt. Der aus Florenz nach Frankreich eingewanderte Jean-Baptiste Lully war längst zum musikalischen Günstling des Roi Soleil avanciert – eine Position, die er vortrefflich zu verteidigen verstand.
Lully war nicht nur ein genialer Komponist, sondern auch ein schlauer Taktiker. Sein «Roland», frei nach einer Episode aus Ariosts «Orlando furioso», besass nämlich eine eindeutige Stossrichtung. Held Roland, in einer Herzensangelegenheit enttäuscht (Angélique, d ...