Ironie hat derzeit keine gute Presse. Der Ironiker gilt typischerweise als verantwortungsloser Schwätzer, als einer, der nichts ernst nimmt, alles belächelt, sich selber versteckt hinter einer Haltung angeblich humorvoller Überlegenheit, die am Ende aber nur die Weigerung oder Unfähigkeit ist, Stellung zu beziehen. Ironie, so beschreibt sie ein Kollege, sei die «Feigheit der Intellektuellen». Eine deutsche Band bezeichnete Ironie kürzlich als «Volkskrankheit».
Das hat sicher etwas. Ironie als Pose kann ermüden. Die neunziger und frühen 2000er Jahre waren ein ironisches Jahrzehnt. Es herrschte intellektuelle Partystimmung. Ironische Politiker von Bill Clinton bis Gerhard Schrö ...