Jacques Derrida (1930–2004) Als Philosoph hat er in jahrzehntelanger Präzisionsarbeit nachgewiesen, dass es keine Präsenz gibt. Alles ist vermittelt und interpretiert. Was um uns herum passiert, können wir erst wahrnehmen, nachdem es eine kulturelle Maschinerie von Deutungen durchlaufen hat. Sinn macht für uns etwas erst, nachdem wir es in Beziehung zu Bekanntem gesetzt und damit seiner Neuheit entkleidet haben. Und deshalb sind die Dinge für uns immer bloss wie tote Vokabeln, die auf andere Vokabeln verweisen. Die Wirklichkeit ähnelt einem Text, den wir lesen. Wir ahnen, hinter dem Text war einmal etwas, so wie Asche an Feuer erinnert. Aber der direkte Zugang ist uns versperrt, wir ...