Der Zufall entging niemandem, dazu waren die Betroffenen zu bekannt. Am 6. Juni, dem gleichen Tag, an dem die Reporterin Judith Miller in Washington ihre Haftstrafe antrat, wurde Lil’ Kim wegen Falschaussage zu 366 Tagen Gefängnis verurteilt. Getan hatten die Journalistin und die Rapperin vor Gericht im Wesentlichen dasselbe: Sie hatten Männer gedeckt. In beiden Verfahren gab es männliche Mitangeklagte, die es vorzogen, auszusagen. Man kann auch das für einen Zufall halten.
Aus verständlichen Gründen beschäftigte der Fall der New York Times-Reporterin, die lieber ins Gefängnis ging, als ihre Informanten preiszugeben, die Medien intensiver als die Rapperin: Die Miller-Verurteilung i ...