Jaime Sin (1929–2005) - Mit den Worten «Welcome to the House of Sin» soll er Besucher empfangen haben, mit seinem Namen kokettierend, der so gar nicht passt zu einem sittenstrengen Kardinal. Geboren als siebtes von sechzehn Kindern eines chinesischen Händlers und einer philippinischen Hausfrau, war er 1973 Erzbischof von Manila und damit zum Machtfaktor auf den Philippinen geworden, dem einzigen katholischen Land Asiens. Aus Angst vor den Kommunisten unterstützte er zuerst Diktator Ferdinand Marcos, doch als dieser ein Kriegsrechtsregime installierte, wurde Sin zur Schlüsselfigur des friedlichen Umsturzes. 1986, in der «People Power Revolution», schlug er Marcos samt dessen Frau, de ...