Herr Enzensberger, Ihr Buch über General von Hammerstein, deutscher Armeechef bis 1934, Gegner Hitlers, verkauft sich täglich im vierstelligen Bereich. Wie erklären Sie sich das?Keine Ahnung. Diese Woche komme ich in die Bestsellerliste. Ich bin das wahr-haftig nicht gewohnt. Bücher haben ihre Zeit. Diese Arbeit wäre früher gar nicht möglich gewesen, schon weil die Quellen im Osten nicht zugänglich waren. Aber es kommt noch etwas anderes hinzu: Wir haben heute eine kognitive Distanz zu der Zeit der Extreme gewonnen.
Hätten Sie das Buch vor vierzig Jahren geschrieben, wenn Sie alle Quellen zur Verfügung gehabt hätten?Schwer zu sagen. Die Zeitgeschichte ist ein ideologisch stark ver ...