Als ich Niklaus Troxler, der während Jahrzehnten in Willisau eines der spannendsten Jazzfestivals weltweit organisiert hatte, einmal nach der grössten Enttäuschung in all den Jahren fragte, zögerte er keinen Moment. Das sei der Abend gewesen, als sein auf Avantgarde eingeschworenes Publikum Stan Getz ausgepfiffen und in Scharen den Saal verlassen habe. Getz, der grösste Saxofon-Melomane der Jazzgeschichte nach (dem von ihm verehrten) Lester Young, ist heute, ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, bei einer jüngeren Gene-ration kaum mehr präsent – im Gegensatz zu John Coltrane. Jene bornierten Willisau-Modernisten hätten nicht geglaubt, dass eben dieser messianische Coltrane s ...