Meister der Morbidität
Wenn man bedenkt, dass Jeffrey Eugenides’ erster Roman, «Die Selbstmord-Schwestern», bereits 1993 erschien und von Sofia Coppola verfilmt wurde, wundert man sich, weshalb man bei uns auf seinen mit dem Pulitzerpreis gekrönten zweiten Wurf, «Middlesex», hat warten müssen, um diesen Autor zu entdecken. «Die Selbstmord-Schwestern» ist ein Schauermärchen mit Echtheitscharakter und spielt Anfang der 1970er Jahre in einer ebenso putzigen wie tristen amerikanischen Vorstadt. Im Zentrum der Handlung stehen die zutiefst frommen Lisbons mit ihren fünf Töchtern im Teenageralter, die sich eine nach der anderen umbringen. Wie der Chor in einem griechischen Drama proto ...