Jerrold M. Post, 73, sieht auf den ersten Blick aus wie ein ganz normaler Psychiater. Ein beruhigender Blick aus wässrigen Augen, eingebettet in ein fleischig-weiches Gesicht, das gern empathisch lächelt. In seiner Praxis in Bethesda bei Washington D. C. steht sogar eine echte Couch, aufder er seine Klienten behandelt. Doch die schwierigsten Patienten sind noch nie bei ihm in der Praxis gelegen, die meisten von ihnen waren noch gar nie in den USA. Seit 43 Jahren erstellt Jerrold Post Psychogramme von Diktatoren und Despoten, Generälen und Gebietern. Über tausend solcher «Profiles» hat Post in seiner Karriere angefertigt, bis 1986 für die CIA, seither als externer Berater der US-Regier ...