Als die ostindonesische Insel Flores ihr knöchernes Geheimnis preisgab, brauchten die Ausgräber ein paar Stunden, um es zu begreifen. Sie wähnten zunächst die Überreste eines vorzeitlichen Kindes vor sich. Was sonst, bei einem Körpermass von einem guten Meter? Erst bei näherer Inspektion von Zahnreihe und Beckenknochen dämmerte den Anthropologen um den Australier Peter Brown und den Indonesier Thomas Sutikna, dass sie es bei «Individuum LB1» mit einer ausgewachsenen Frau zu tun hatten.
Oder eher mit einem Weibchen? Diese Frage stellten sich Brown und Kollegen, als sie den Schädel in traditioneller Manier mit Senfkörnern füllten. Nur 380 Kubikzentimeter fasste die Höhlung. Grape ...