Schlafsaalkumpanei
Zu Recht gilt Josan Hatero in seiner Heimat als viel versprechender junger Autor. Das beweist der schmale, aber fugenlos dichte Roman «Der Vogel unter der Zunge», in dem der 34-jährige Spanier die Erlebnisse einer Gruppe Soldaten nach deren Einberufung schildert: Initiationsriten, geheime nächtliche Streifzüge, Ausbrüche von Brutalität und aufkeimende Freundschaft, Drogen, Besuche im Bordell, würgender Hass auf die Vorgesetzten, Angst vor dem Sterben. Obwohl sich das Ganze in einem namenlosen Land abspielt und ab und zu von einem rätselhaften Krieg gegen einen ebenso namenlosen Gegner die Rede ist, entgleitet Hatero die Erzählung niemals ins Abstrakte oder Bedeut ...