Sie sieht aus wie das Bild einer üppig schönen Frau aus der Romanwelt von Colette oder wie die Dichterin vielleicht selbst ausgesehen hat. Eine anziehende Mischung aus Melancholie und Neugier, geheimnistiefe grün-violette Augen, wallendes Blondhaar. Noelle Châtelet gleicht etwas zeitverschoben dem lockigen Jugendporträt von Lionel Jospin, das wie eine Ikone auf ihrem Sekretär steht.
Hier schreibt sie selber Bücher, für die sie von der Académie française und mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. In ihrem neuesten Roman, «La tête en bas» (mit gesenktem Kopf), entwirft sie das Grenzgängerschicksal eines Hermaphroditen, einer verstörten Zwitterseele in einem unvoll ...