Wer sich je mit fünfzig, sechzig oder siebzig rückhaltlos verliebte, weiss, dass es nicht anders ist als mit siebzehn. Man kann an nichts anderes denken, ist wie auf Speed und redet zwanghaft über die Grossartigkeit des anderen und die nie gekannte Seelenverwandtschaft. Es nervt die gesamte Umwelt, genauso wie als man siebzehn war. Und wie damals kümmert es einen nicht. Man wird durch die grossen, kühnen Gefühle alterslos und hat Mitleid mit jedem, der in eingefahrenen Beziehungen steckengeblieben ist. Wer es erlebt hat, weiss auch, dass es nicht so glorios weitergeht. Irgendwann wird man wieder fünfzig, sechzig oder siebzig und hat die alten Rückenschmerzen, gegen die die neue Liebe ...