Die Reaktionen in Genf auf das Verdikt aus Lausanne waren seltsam verhalten, die Meldungen in den Medien auffällig kurz. Dabei hatte die vielgescholtene Genfer Justiz mit der Verurteilung von Erwin Sperisen, dem ehemaligen politischen Chef der Polizei in Guatemala, zu fünfzehn Jahren Gefängnis doch einen langersehnten Erfolg in einem Prestigefall erzielt. Doch niemand schien sich richtig zu freuen. Zu viele Rechtsbrüche, Widersprüche und Irrungen waren während des siebenjährigen Prozesses ans Tageslicht gekommen, als dass man der Sache noch trauen konnte.
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