Es sollte ein memorables Festival der internationalen Strafverfolgung werden. Um den ehemaligen guatemaltekischen Polizeichef Erwin Sperisen lebenslänglich hinter Gitter zu bringen, scheute die Genfer Justiz keinen Aufwand. Dutzende von Zeugen liess Staatsanwalt Yves Bertossa einfliegen zum Beweis, dass der Nachfahre von Schweizer Emigranten ein Gefängnismassaker in Guatemala zu verantworten habe. Ein Verbrecher, so die noble Botschaft, soll sich nirgends auf der Welt sicher fühlen.
Sperisen wurde wegen Mordes zu «lebenslänglich» verurteilt, im Juni 2014 vom Genfer Kriminalgericht, ein Jahr später in zweiter InÂstanz vom Appellationsgericht. Hält man sich die schriftliche Urteilsbeg ...