Junge Künstler dokumentieren beflissen das Elend der Welt, betätigen sich als Hobbyreporter oder Kurzzeit-Sozialarbeiter. Die Kuratoren wollen gesellschaftliche Relevanz, sie stellen die Kunst in einen bedeutungsschwangeren Kontext; und das Publikum kehrt ihnen verständnislos den Rücken zu. Aktuell zu beobachten ist das in Berlin. Dort läuft für einschlägig interessierte Kreise eines der Grossereignisse des Jahres, die 3. Berlin-Biennale. Angesagt sind machtkritische Diskurse. Ute Meta Bauer, die ebenso renommierte wie theoriestarke Kuratorin, glaubt nicht an die Kraft der Bilder und macht stattdessen auf politisches Oberseminar. Die Räume sind leer, kaum einer mag die wortgewaltigen ...