Es war wie ein böser Spuk. Vor fünf Jahren, im Juni 2014, rief der bis anhin unbekannte muslimische Gotteskrieger Abu Bakr al-Baghdadi im irakischen Mossul ein Kalifat aus und ernannte sich zum Befehlshaber der Gläubigen und Nachfolger des Propheten Mohammed. Seine aus dem Nichts aufgetauchten frommen Soldaten des Islamischen Staates hatten Millionenstädte im Handstreich eingenommen und ein Gebiet so gross wie Ungarn erobert. Wo sie ihre schwarze Flagge hochzogen, herrschte die unbarmherzige Moral eines archaischen Gottesstaates, der sich strikt an den Vorgaben der heiligen Texte und an der Lebensweise des arabischen Propheten aus dem 7. Jahrhundert orientierte.
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