Nüchtern betrachtet, verändern Wahlen in der Schweiz kurzfristig relativ wenig. Die politischen Blöcke haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg selten substanziell verschoben. Spannend wird es – für den studierten Politikwissenschaftler – immer dann, wenn neue Parteien das Feld betreten. Zum Beispiel die Grünen in den achtziger Jahren oder, weitaus erfolgreicher, die «neue» SVP nach 1992. Im wissenschaftlichen Jargon nennt man diese Parteien challenger parties, Herausforderer. Ihr Schicksal entscheidet sich daran, ob die Herausforderung der etablierten Parteien gelingt oder nicht. Nach der Jahrtausendwende haben zwei neue Parteien das Wagnis einer Neugründung gewagt, die GLP und die ...