Das Verhältnis zwischen Kritiker und Künstler ist nicht spannungsfrei. Der Schauspieler Josef Bierbichler hat einmal einen Kritiker geohrfeigt, der Schriftsteller Martin Walser liess in seinem Roman «Tod eines Kritikers» den ihm verhassten Marcel Reich-Ranicki sterben. So sollte es auch sein: Aufgabe des Kritikers ist es, die unbequeme Wahrheit zu beschreiben, auch wenn es sich in dem Genre oft bloss um eine gefühlte Wahrheit handelt. Die gefürchteten unabhängigen Kritiker sind aber selten geworden. Heute erkaufen sich die Veranstalter oder die Subventionsgeber in vielen Fällen die Berichterstattung.
Besonders dreist bricht die neue Plattform Theaterkritik.ch mit dem Journalistenkod ...