Jeannette Fischer, 71, gehört zu den pointiertesten psychoanalytischen Stimmen der Schweiz. Sie hat Vergleichende Religionswissenschaften in Athen, Tübingen und Zürich studiert, bevor sie sich – während einer eigenen Analyse – entschied, freudianische Psychoanalyse zu ihrem Beruf zu machen.
Sie interessiert sich für das, was man nicht sofort sieht: leise Gewalt, verdeckte Machtverhältnisse, die Dynamik von Schuld und Scham. Ihre Arbeit mit Betroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und später mit Menschen, die mit Psychosen kämpfen, hat sie geprägt. Seit der Schliessung ihrer Praxis 2016 schreibt sie Bücher über Angst, Hass und Narzissmus – jenseits vom Fa ...