«Jetzt habe ich alles gesehen», meint ein Amerikaner wenige Stunden nach der Türöffnung. «Das kann doch nicht dein Ernst sein.» Der empörte Protest seines Begleiters ist vergeblich. Der professionelle Kunsttourist hat das Café «Paradiso» am Eingang der Giardini mit einer Überzeugung fixiert, die keinen Widerspruch duldet. Eine Sammlerin, eine der wichtigsten und mächtigsten der Schweiz, gesteht, dass der Durst jedes Interesse an der Kunst verdrängt habe: «Bei fast vierzig Grad Hitze und tropischer Luftfeuchtigkeit verliert der hartnäckigste Kunstbazillus seine Virulenz.»
Dass die Eröffnungstage dieser 50. Biennale von Venedig von Erschöpfung und von Überdruss geprägt war ...