Als ich jünger war (und die Reporterbudgets grosszügiger), beklagte ich mich, die Filmfestspiele von Cannes zu covern sei ein anstrengender Einsatz und ich würde gerne darauf verzichten. Das war, natürlich, Jammern auf hohem Niveau, wenn auch nicht völlig falsch; meine Hotels waren meist weit ab vom Schuss plus leicht schmuddelig, der Verkehr ein cauchemar, Albtraum, und die Filme – ach, ich war ja weniger deshalb dort, vielmehr wegen der Berühmtheiten, ihrer Auftritte an Partys und auf dem roten Teppich in entweder besonders grossen oder kleinen und/oder durchsichtigen Kleidern; diese Tradition machte das halbe Honorar und mindestens die Hälfte des Spasses aus.
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