Was für eine Zartheit und Kraft in diesen Sätzen. Ralf Rothmanns neue Erzählungen, «Shakespeares Hühner», sind reines Lesevergnügen – kleine Inseln der Poesie der Erotik, des Zeitgeistes, der historischen Bewusstwerdung. Dass der 1953 in Schleswig Âgeborene Schriftsteller zu den wichtigsten deutschsprachigen Erzählern gehört, muss man angesichts dieser neuen Prosastücke gar nicht mehr beweisen. Rothmann liefert die Zutaten, die fesselnde Literatur ausmachen: den illusionslosen Blick; die Sprache voller Schattierungen und Zwischentöne; die robuste literarische Gestaltungskraft. Bei ihm geht es immer um die letzten Themen: um Liebe und Tod, Hass und Rache, Leidenschaft und Nieder ...