Das Kollegialitätsprinzip, wie es die Schweiz seit etwa dem Zweiten Weltkrieg kennt, ist tot. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, lieferte ihn am Montag das Schweizer Fernsehen, als es in «10 vor 10» Swisscom-Chef Jens Alder mit einer Einspielung des vermutlich nicht zuständigen Justizministers konfrontierte. Wie ein Regierungschef erklärte darin Christoph Blocher, warum der Bundesrat in Sachen Swisscom die Privatisierung beschlossen hat.
Zwar bebt das Land seit gut zwei Wochen, besonders seine Medien, und man führt das bekannte Theater auf: Wer hat die Kollegialität verletzt? Wer lügt? Wer unterlag? Doch die Aufregung entbehrt nicht einer gewissen Scheinheiligkeit. Im Grunde ahn ...