Pascal Couchepin hat Kulturpolitik wieder zum Ereignis gemacht. Im Rahmen des Filmfestivals von Locarno ritt der Bundesrat einen Frontalangriff gegen das Bundesamt für Kultur (BAK), genauer: gegen die Sektion Film. Couchepin, dem das Amt seit zwei Jahren untersteht, bezichtigte seine Untergebenen der Linkshörigkeit und der copinage (zu Deutsch: Vetternwirtschaft). Eine Kommission zur Untersuchung der Verhältnisse hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits eingesetzt. Couchepins Vorwurf, die Kulturszene werde von «den Linken kolonisiert», mag man als Überreaktion gegen seine in Kulturangelegenheiten ebenfalls umtriebige Amtskollegin Micheline Calmy-Rey werten. In Bezug auf die Zustände im Bu ...