Die amerikanische Schriftstellerin Flannery O’Connor soll einmal gesagt haben, denjenigen, die die Kindheit überleben, werde es nie an Erzählstoff mangeln. Die Kindheit – überleben? Spätestens seit Sigmund Freud wissen wir, dass es sich bei den ersten Lebensjahren keineswegs um die sorglose Zeit paradiesischer Unschuld handelt, die die rotbackigen Knirpse in der «Fruchtzwerge»-Werbung uns unermüdlich präsentieren. Nein. Die Kindheit ist das Minenfeld, auf dem wir uns die seelischen Verstümmelungen holen, die irgendwann einmal auch die Stärksten unter uns auf die Couch zwingen. Da werden die Grundsteine für riesige Komplexhaufen gelegt, Neurosen gepflanzt und libidinöse Verkra ...