Wenn es Viktor Orbán nicht gäbe, Europas ÂLinke müssten ihn erfinden. Denn der ungarische ÂRegierungschef erfüllt alle Voraussetzungen für den Buhmann des Kontinents: eine bullige Erscheinung, ein latent aggressives Auftreten, provokante Äusserungen. Von so einem Mann kann man ja nichts anderes erwarten als rassistische Hetze gegen Minderheiten im Allgemeinen und Muslime im Besonderen.
Ganz anders Imre Kertész. Er ist der gute ÂUngar. Zumindest war er es. Jahrelang galt der jüdische Literaturnobelpreisträger als Liebling der Linken. «Völkerverständigung durch Aufklärung – das verdanken wir Kertész», schwärmte einst stellvertretend für viele Jutta Limbach, die ehemalige ...