Mal abgesehen davon, dass Reinheitsgebote im Jazz, dieser insgesamt bastardischen Musik, nichts zu suchen haben: Kunst, denke ich, ist überhaupt dort am brisantesten, wo sie sich zwischen den Zeiten, den Stilen, ja zwischen den Gattungen ereignet. Letzteres trifft in hohem Mass auf das Duo des 1944 in Leipzig geborenen Pianisten Joachim Kühn (er lebt heute auf Ibiza, und sein Lebensmittelpunkt ist Paris, in dessen Jazzszene er ein Schwergewicht ist) und Mateusz Smoczynski zu. Die Aufnahme ist das Resultat einer Begegnung zweier Generationen, ist der polnische Geiger doch ganze vierzig Jahre jünger als sein berühmter Partner.
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