In der Tessiner Familie Ambrosetti war Jazz immer eine family affair. Der Patron Flavio (1919–2012) war als Altsaxofonist einer der Schweizer Bebop-Pioniere in der Nachfolge von Charlie Parker. Sein liebster Partner war ihm bald sein Sohn Franco, Trompeter und Flügelhornist, und es beschädigt die Legende des Alten nicht: Als Musiker überflügelte der Sohn bald den Vater. War der ein Amateur im Wortsinn, entwickelte sich Franco schnell zu einem der markantesten und eigenwilligsten Trompeter Europas, einem Improvisator aus der Mitte der Tradition, die der grosse Clifford Brown begründete und die als genetischer Fingerabdruck dem Spiel all seiner Nachfolger abzulesen war: Freddie Hubbard, ...