Man nennt sie die «First Lady of Free Jazz», und es ist ihr ein Graus. Irène Schweizer repräsentiert nichts als sich selber, und das mit Aplomb, aber ohne Eitelkeit. In der englischen und der deutschen Free-Jazz-Szene der sechziger und siebziger Jahre war die gebürtige Schaffhauserin eine Autorität, bekannter als in ihrer Heimat und somit der klassische Fall einer Prophetin im eigenen Land. Mit dem, was der englische Gitarrist Derek Bailey «non-idiomatic improvisation» nennt, Improvisation ohne Voraussetzung und Anbindung, will sie allerdings, wie sie der Weltwoche anvertraute (Nr. 51/52 2005), weniger zu schaffen haben (bei aller Bewunderung für Fundamentalisten der freien Improvis ...