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Klima am Schreibtisch

VERSUCH UND IRRTUM

Klima am Schreibtisch

Die Finanzbranche sieht aus wie ein riesiges Labor mit Milliarden von Versuchen, die Aufschluss geben sollen über Wirkungen zwischen Klimawandel und Geld. Es wird emsig laboriert: Welche Folgen könnten Klimaveränderungen auf Vermögen, Geschäftszahlen und Risiken haben und umgekehrt: Wie kann man mit Geld allenfalls das Klima beeinflussen?

Es war ein Irrtum.

Die Schweizer Finanzaufsicht Finma verlangt nun, dass die Finanzinstitute untersuchen und transparent machen müssen, welchen Klimarisiken sie ausgesetzt sind und welche Folgen zu gewärtigen sein könnten. Daneben gibt es viele selbstgestrickte und auch regulatorische Anleitungen, die beim Sparen und Investieren für die sogenannte Nachhaltigkeit sorgen, also die Geldflüsse klimakorrekt lenken sollen.

Die Schweiz hat die Agenda 2030 der Uno für nachhaltige Entwicklung und die siebzehn zugehörigen Ziele offiziell übernommen. Und die EU hat für die Finanzbranche gar ein riesiges Rezeptbuch zusammengestellt, die sogenannte Taxonomie, in der für jedes Finanzinstrument offiziell notiert ist, wie nachhaltig es ist. Investitionen in fossile Energien erhalten Strafpunkte. Alles in allem sind Banken, Vermögensverwalter, Versicherungs- und Beratungsunternehmen in Kooperation mit Soft Law und Regulatoren zu einem privat-staatlichen Kraftwerk der Klimapolitik geworden.

Die Frage ist nun, ob es sich dabei überhaupt noch um ein Versuchslabor handelt. Denn dann müsste das Vorgehen so sein, dass man aus dem vorläufigen Stand des Wissens heraus immer wieder Hypothesen zu den möglichen Klimawirkungen aufstellt und dann anhand von Beobachtungen in der Realität testet, ob diese Behauptungen stichhaltig sind. Thesen oder Behauptungen, die bei dieser Konfrontation nicht haltbar sind, sollte man verwerfen und sagen: Es war ein Irrtum.

Die Praxis in der Finanzwirtschaft sieht aber anders aus. Da werden Thesen und Vermutungen ohne grösseres Testen oder Hinterfragen in Anweisungen fürs Investieren umgesetzt. Die EU-Taxonomie ist ein typisches Beispiel: Klimawirkungen von Investitionen in Autofirmen, Handyproduzenten, Raffinerien, Solarpanels et cetera werden praktisch am Schreibtisch in der EU-Zentrale niedergeschrieben. Und die Banken halten sich dann möglichst an die Liste, denn diese bestimmt ja die Qualität einer Investition. Und investiert ist dann investiert, das Geld gebunden, oft auf lange Zeit hinaus. Das betrifft auch viele Pensionskassen.

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat kürzlich eine eigene Selbstregulierung mit Nachhaltigkeitsrichtlinien erlassen. Dass nun Banken via Hypothekarkredite in die Themen Heizung oder Isolation von Häusern hineinreden können, hat kürzlich den Gewerbeverband auf die Palme gebracht.

Nur in wenigen Fällen sagt man: Halt, Irrtum. So geschehen im Frühling, als die EU die Kernenergie und das Erdgas aus der Verdammnis herausholte und neu als nachhaltig einstufte. Diese Korrektur hing allerdings auch damit zusammen, dass «nachhaltig» auf Subventionen zählen kann.

Klimaalarm im Bankgeschäft

Wie schwierig es ist, in der Finanzbranche Meinungsvielfalt zu bewahren, zeigte die Financial Times-Konferenz «Moral Money Summit Europe» im Mai. Stuart Kirk, Vertreter der Bank HSBC, referierte zu: «Warum Investoren sich keine Sorgen machen müssen über Klimarisiken». Er stellte in Frage, dass sich Finanzfirmen ums Klima kümmern müssten, und kritisierte die Vorrednerin Sharon Thorne von der Firma Deloitte wegen ihrer Behauptungen zu Weltuntergang und Klimakatastrophe. Die Menschheit habe es immer wieder geschafft, sich anzupassen. Thorne, bekannt für ihren dramatischen Klima-Alarmismus, wirkt noch bei Deloitte, Kirk dagegen ist bei HSBC weg.

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