Ich bin ja nicht gerade ein Verfechter politischer Korrektheit im Sprachgebrauch. Unter einem Menschen (grammatikalisch nun mal männlich) verstehe ich – ohne zu erröten und ohne Rückgriff auf Zeiten vor dem Sündenfall – auch eine Frau. Bei geschlechtsspezifischen Unterscheidungen in Sachen Vorlieben beim Weingenuss bin ich im Lauf der Jahre und unzähliger ebenso vergnügter wie vermischter Trinkrunden allerdings vorsichtig geworden. Zu oft widerlegte mir die Begeisterung fragiler Damen für vermeintlich maskulinste, sprich: vor Tannin starrende, zu junge und noch schwer zugängliche Weine meine schändlich vorurteilsbeladenen Vermutungen. ...